Stadionrekorde im Minutentakt


Internationale Spitzenleichtathletik beim Blue Track Night Meeting im Sindelfinger Floschenstadion.

Sindelfingen (hs). Es war ein fast schon magischer Abend voller Spitzenleichtathletik. Nahezu im Minutentakt fielen beim internationalen Blue Track Night Meeting am Samstag im Sindelfinger Floschenstadion die Rekorde. „Wir hatten gar keine Zeit zum Durchschnaufen“, freuten sich Meeting-Direktor Velten Schneider und seine Co-Moderatorin Kira Lohre über ein Feuerwerk an Bestleistungen. Dafür, dass auch der Spaß nicht zu kurz kam, garantierte der 2000-Meter-Hindernis-Fun Run mit über 100 zum Teil kostümierten Teilnehmern.
Als Erste sorgten die Sprinterinnen und Sprinter über 100 Meter für Furore. Der Südafrikaner Retshiditswe Mlenga markierte bereits im Vorlauf mit 10,16 Sekunden einen neuen Stadionrekord und verbesserte diesen keine zwei Stunden später im Finale um weitere zwei Hundertstelsekunden. Bei den Frauen hatte die Favoritin Chelsea Kadiri (Sprintteam Wetzlar) im Vorlauf noch etwas zu viel Rückenwind, lief dann aber im Endlauf bei regulären Bedingungen mit 11,29 Sekunden auf der namensgebenden blauen Bahn so schnell wie noch keine Frau zuvor im Sindelfinger Floschenstadion.
Über 400 Meter der Männer war der Sieger mit bloßem Auge gar nicht auszumachen. Zeitgleich stürmten Lokalmatador Alexander Stepanov vom VfL Sindelfingen und Friedrich Rumpf (SCC Berlin) in ausgezeichneten 46,19 Sekunden über die Ziellinie, winzige zwei Tausendstel entschieden zugunsten des Berliners. Über die gleiche Distanz der Frauen raste Melanie Böhm (VfL Sindelfingen) in 53,57 Sekunden als Zweite ebenfalls zu einer neuen persönlichen Bestzeit. „Ich kann wieder laufen“, freute sie sich nach dem schmerzhaften DM-Sturz-Aus vor einer Woche. Und auch bei den Jungs U18 war Dominik Wiedenmann mit 50,25 Sekunden so schnell wie noch nie über die Stadionrunde.
Auf den längeren Distanzen setzte sich die Reihe der Top-Ergebnisse nahtlos fort. Über 800 Meter der Frauen war Maja Schorr (SV GO! Saar 05) als Favoritin in 2:05,59 Minuten nicht zu schlagen, bei den Männern setzte sich wie im Vorjahr Tim Holzapfel (LV Pliezhausen/1:48,43 Minuten) durch. Später unter Flutlicht über 1500 und 3000 Meter glänzten zwei vielfache deutsche Meisterinnen. Die dreidreiviertel Runden gingen in 4:14,89 Minuten an Elena Burkhard (LG farbtex Nordschwarzwald), die doppelte Distanz in 9:22,14 Minuten an Alina Reh vom SSV Ulm 1846. Die besten männlichen Mittel- und Langstreckler in den von heimischen Tempomachern bestens gepacten Rennen waren Tobias Tent (München/3:42,30 Minuten) und Sebastian Hauf (SSC Hanau-Rodenbach/8:04,85 Minuten).
Neben Sprints und Läufen wartete die deutsche Stabhochsprungmeisterin Anjuli Knäsche (Stuttgart) mit guten 4,42 m auf. Der Weitsprungsieg ging mit ebenfalls bemerkenswerten 6,33 m an ihre Vereinskameradin Alina Rotaru-Kottmann.

Heimischer Nachwuchs glänzt mit Top-Zeiten

Neben den Großen nutzte auch der heimische Nachwuchs U18 die internationale Bühne für Top-Leistungen. Allen voran Nathalie Schmidt vom gastgebenden VfL Sindelfingen. In ihrem erst zweiten 1500-Meter-Lauf überhaupt verbesserte sich die 800-Meter-DM-Achte um fast zwölf Sekunden und katapultierte sich auch auf dieser Distanz mit 4:39,84 Minuten mitten in die deutsche Spitze. Trainingskollegin Leonie Beck vom SV Nufringen legte über 3000 Meter um fünf Sekunden auf 10:27,82 Minuten zu. Ihre Vereinskameradin Emma Gomringer durfte als 14-Jährige als Belohnung für eine tolle Saison über 800 Meter im A-Lauf der Frauen mitlaufen und zog sich als Siebte in 2:14,86 Minuten mehr als achtbar aus der Affäre. Einen doppelten Erfolg im Weitsprung und über 100 Meter landete mit 5,54 m und zweimal persönlicher Bestleistung von 12,32 Sekunden in Vor- und Endlauf Anni Marcard (VfL Sindelfingen).


Artikel und Bilder: Holger Schmidt

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