Medaillenjagd im Donaustadion

Kreis-Nachwuchs mit Podestchancen bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften U23 und U16 in Ulm

Holger Schmidt: Von Freitag bis Sonntag (4. bis 6. Juli) steht im Ulmer Donaustadion mit den nationalen Titelkämpfen der Altersklassen U23 und U16 die erste große deutsche Leichtathletikmeisterschaft im Freien mit mehr als 1500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Programm. Mit dabei sind auch ein gutes Dutzend Nachwuchssportlerinnen und –sportler von Vereinen aus dem Kreis Böblingen, von denen sich einige sogar Hoffnungen auf eine Platzierung auf dem Siegertreppchen machen dürfen.

Top-Favorit im Trikot des VfL Sindelfingen ist in der Altersklasse U23 800-Meter-Läufer Alexander Stepanov. Mit 1:44,17 Minute lief der deutsche Hallenmeister des Jahres 2024 in diesem Sommer die zwei Stadionrunden so schnell wie schon seit über 20 Jahren kein Deutscher mehr. Außerdem gehörte der 21-Jährige kürzlich zum Aufgebot bei der Team-Europameisterschaft in Madrid und holte mit der deutschen Mannschaft Bronze. Alles andere als ein weiteres Top-Ergebnis wäre sicher auch für ihn selbst eine große Enttäuschung.

Die 1500 Meter sind die Spezialdisziplin von Vereinskamerad Tim Hofmann, die 110 Meter Hürden die von Kai Michalek und der Stabhochsprung die des frischgebackenen süddeutschen Vizemeisters Arne Dümmler. Bei den gleichaltrigen jungen Frauen schnürt Hanna Render (VfL Sindelfingen) über 800 Meter ihre Laufschuhe. Die von der Vorleistung her sechstplatzierte Sindelfingerin Lotta Mage über 400 Meter Hürden ist ebenfalls mit von der Partie. Mit guten 61,43 m mindestens so aussichtsreich ist Hammerwerferin Luise Herrmann (VfL Sindelfingen), die sich insbesondere bei deutschen Winterwurfmeisterschaften schon mehr als einmal über Edelmetall freuen durfte.

Aussichtsreiches Sindelfinger Trio

Bei den Mädchen U16 hat ein Quartett vom VfL Sindelfingen die Qualifikation für die nationalen Titelkämpfe geschafft und drei davon können sogar in Richtung Medaillen schielen. Vom 13-köpfigen 800-Meter-Feld haben nur vier Mädchen im bisherigen Saisonverlauf die 2:18,16 Minuten unterboten, die Nathalie Schmidt Mitte Mai als Siegerin beim internationalen Läufermeeting in Pliezhausen vorgelegt hat und außerdem steht für die erst 14-Jährige Platz drei bei der Süddeutschen Meisterschaft auf der Habenseite. Große Hürde ist der Vorlauf am Samstag. Schafft Nathalie Schmidt den Einzug ins Finale der besten Acht am Sonntag, ist vieles möglich.

Mit der drittbesten Vorleistung geht Grace Wagener, VfL-Neuzugang aus den USA, ins Rennen über 3000 Meter. Im Vorjahr hätten ihre 10:24,65 Minuten sogar zum Titel gereicht, in diesem Jahr ist die Frankfurterin Luisa Brzoska von der Vorleistung her fast eine halbe Minute schneller. Dazu kommt für die hochaufgeschossene Langstrecklerin Rang fünf über 1500 Meter Hindernis. Als Zehnte von 20 Teilnehmerinnen mit im Rennen ist außerdem Enya Holsten, die auch über 300 Meter Hürden knapp qualifiziert ist, wohl aber die längere Strecke am Samstagabend vorziehen wird.

Die noch sehr junge Frauenstaffel 3x800m der Südd. Meisterschaften.
Enya Holsten, Nathalie Schmidt, Grace Wagener. (Bild: Holger Schmidt)

Ganz auf den Dreisprung setzt Julia Misaki Röhl. 11,21 m erzielte sie als süddeutsche Vizemeisterin ihrer Altersklasse. Fünf Mitstreiterinnen flogen in diesem Sommer noch weiter in die Sandgrube. Der Einzug in den Endkampf scheint für die Weil im Schönbucherin im Trikot des VfL Sindelfingen gut möglich und die Medaillenplätze sind nicht außer Reichweite.

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