Anfang der 90er Jahre landete ein bis dahin wenig bekannter Stabhochspringer aus Polen – über die Freundschaft zum Sindelfinger Dietmar Wesp – in Sindelfingen. Die Sindelfinger Stabhochsprung-Gruppe war weithin bekannt.
Leider wurde er von einem geschichtsträchtigen Ereignis eingeholt. In Polen wurde am 13. Dezember 1981 das Kriegsrecht ausgerufen. Der Weg nach Hause war für Bogdan Markowski nun kaum mehr von Bedeutung. Er beschloss, in Deutschland und natürlich in Sindelfingen zu bleiben. Er ließ die Familie zurück in den unsicheren Zeiten in Polen in dieser Zeit. Das sich durch das Engagement von Solidarnocz in Polen vielen verbesserte, war damals noch nicht abzusehen.
Viele Unterstützer fand Bogdan beim VfL Sindelfingen. Dieter Gauger und Herbert Bohr sorgen für Wohnraum und Jobs – dann vom Stabhochsprung konnte m an ja nicht leben. Seine sichere Arbeit „beim Daimler“ ließ ihn dann mit Frau und zwei Töchtern zum Sindelfinger werden.
Sportlich startete er dann noch einige Jahre für den VfL Sindelfingen, schloss sich aber später dem TB Cannstatt und dem SV Vaihingen an.
Trotzdem blieb der Kontakt zum Sindelfinger Verein und dem Stabhochsprung stets vorhanden. Er ist seit vielen Jahren aktiver Mitarbeiter bei den Vorbereitungen für die Hallenwettkämpfe. Nun auch „offiziell“ Mitglied im Team Ü80 der Leichtathletik-Abteilung.
Erstmals tauchte Bogdan Markowski in der Württ. Bestenliste 1982 auf. Damals führt diese Liste noch Günther Lohre (5,65 m) an, es folgen Dietmar Wesp (5,25 m) und danach Bogdan Markowski mit 5,05 m.
Die Stellung als einer der besten Stabhochspringer in Württemberg hielt er bis 1989, wo er immerhin noch auf dem 14. Platz (4,43 m) in der Männerbestenliste auftaucht. Danach verschrieb er sich dem Seniorensport.
An unzähligen Wettkämpfen hat der rüstige Rentner in den letzten Jahrzehnten teilgenommen. Vielleicht einer der Höhepunkte, der Sieg in der Klasse M75 in seiner ehemaligen Heimat Polen, in Torun vor zwei Jahren. Dort siegte er mit 2,80 m.
Noch hält er den Deutschen Rekord der Klasse M75. Daneben in Württemberg ist er der alleinige Rekordhalter aller Altersklassen: von M35 (5,02 m) bis zur M75 Klasse mit 3,05 m (2023). Was noch fehlt, ist eine Leistung in der M80 Klasse (Josef Halder, Rommelshausen) mit 2,40m. Dies sollte aber für den agilen Bogdan Markowski kein großes Problem darstellen. Regelmäßig trifft man ihn im Glaspalast mit dem Sprungstab.




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