Mit Gänsehaut zur Silbermedaille

Sindelfingen (hs). Der Sindelfinger Nachwuchsleichtathlet Dmitrij Krom träumt vom deutschen Rekord über 200 Meter.

Gleich zwei Medaillen staubte der Sindelfinger Nachwuchsleichtathlet Dmitrij Krom bei den deutschen Jugendhallenmeisterschaften U20 vor zwei Wochen im eigenen Glaspalast ab. Schon der dritte Platz mit der 4 x 200-Meter-Staffel war eine Überraschung. Erst recht aber die Vizemeisterschaft über 200 Meter. Denn mit seinen zum Zeitpunkt der Titelkämpfe gerade einmal 16 Jahren gehört Dmitrij Krom noch der Altersklasse U18 an und war damit einer der Jüngsten im Feld. „Die viele Anfeuerung in der Halle, da habe ich richtig Gänsehaut bekommen“, schildert der großgewachsene Sprinter einen der schönsten Momente seiner bisherigen sportlichen Laufbahn.


Als Kind spielte der in Böblingen gebürtige Sohn russisch-kasachischer Eltern wie so viele Jungs mit seinen Freunde zunächst Fußball. 2018 wollte er es mit Judo versuchen, doch beim Blick in den neben der Judohalle gelegenen Glaspalast imponierte ihm noch mehr die dortige Rundbahn mit ihren überhöhten Steilkurven. „Ich wollte unbedingt dort laufen“, schildert der Neuntklässler seine damalige Gefühlslage. Der Kontakt mit Trainerin Birgit Hamann von der Leichtathletikschule Speedy kam rasch zustande und schon bei ersten Training fiel der Knirps durch seine Schnelligkeit auf. 800 Meter, Sprint, Hochsprung, Weitsprung – in fast allen Disziplinen war Dmitrij Krom auf Anhieb der Beste seines Jahrgangs. Und immer, wenn er in eine neue Altersklasse kam, räumte er sofort die regionalen Meistertitel ab.
So richtig durch startete Dmitrij Krom dann in der U16 unter der Ägide der Trainer-Familie Weiser. Nachdem er schon im 5er-Sprunglauf einen württembergischen Rekord aufgestellt hatte, holte er 2024 in Koblenz den deutschen U16-Meistertitel im Dreisprung und wurde zudem Vizemeister über 300 Meter Hürden. „Ich war in allem gut“, fasst der junge Mann, der mit einer Ausbildung zum Immobilienmakler oder Bankkaufmann auch feste berufliche Ziele vor Augen hat, zusammen. Die nächste Stufe zündete für ihn dann mit dem Wechsel zu Coach Sebastian Marcard im vergangenen Sommer. „Ich vertraue ihm sehr“, schildert er dieses besondere Verhältnis, das von Anfang an funktionierte. Und trotz der jüngsten Erfolge fügt er hinzu: „Ich habe noch viele Sachen zum Verbessern.“

Über Ostern zum Training auf Teneriffa

Daran arbeiten die beiden in den kommenden Wochen. Denn kaum ist die Hallensaison vorbei, beginnen auch schon die Vorbereitungen auf den Sommer. Für Dmitrij Krom heißt das vom 27. März bis 5. April mit dem baden-württembergischen Sprungkader nach Alicante/Spanien und unmittelbar im Anschluss mit seiner Sindelfinger Trainingsgruppe weiter auf die Insel Teneriffa. Denn der frischgebackene U20-Vizemeister in der Halle hat auch im Freien noch einiges vor. „Ich hab richtig Bock zu trainieren“, sagt er selbstbewusst. Ziel ist die deutsche Meisterschaft U18 über 200 Meter und auch die Norm für die Europameisterschaft (21,75 Sekunden) hat er mit seinen 21,63 Sekunden von Sindelfingen bereits klar unterboten.
Außerdem ist da noch der deutsche Rekord. Der steht seit fast 20 Jahren bei 20,96 Sekunden. Draußen mit weniger Kurven als in der Halle im Normalfall ohnehin eine halbe Sekunde schneller und Top-Bedingungen mit Rückenwind ist Dmitrij Krom die Marke, von der er träumt, nach den jüngsten Steigerungen durchaus zuzutrauen.


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