Auch einige Lokalmatadore überzeugen beim internationalen Leichtathletik-Meeting in Sindelfingen. Eine stimmungsvolle Premiere erlebte am Samstagnachmittag und vor allem –abend das internationale Leichtathletik-Meeting „Intersport Klotz Blue Track Night“ im Sindelfinger Floschenstadion.
Rund 300 Teilnehmer aus 15 Nationen waren dabei und in den teilweise hochklassigen Feldern wussten neben den Gästen aus dem In- und Ausland auch einige Lokalmatore zu überzeugen.
Für die insgesamt wertvollsten sportlichen Leistungen sorgten Anjuli Knäsche (VfB Stuttgart) und Tim Holzapfel (LV Pliezhausen). Stabhochspringerin Anjuli Knäsche legte eine blitzsaubere Serie hin und meisterte auch die neue deutsche Jahresbesthöhe von 4,43 m im ersten Versuch. Erst an 4,53 m scheiterte die deutsche Vizemeisterin knapp. Höher kam im gemischten Wettbewerb nur Männersieger Arne Dümmler (VfL Sindelfingen) mit 4,83 m.
Über 800 Meter war Tim Holzapfel, erst vor einer Woche über 800 Meter in Dresden ebenfalls mit Silber hinter Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen) dekoriert, eine Klasse für sich. Der 28-Jährige steigerte sich um fast zwei Sekunden auf sehr gute 1:46,25 Minute und reihte sich auf Platz vier der nationalen Rangliste ein. Den B-Lauf gewann in 1:54,69 Minute Henri Stöckermann (VfL Sindelfingen) und auch sein jugendlicher Vereinskamerad Dominik Wiedenmann blieb mit 1:57,89 Minute nur um wenige Hunderstelsekunden über seiner eigenen persönlichen Bestleistung.
Weitere gute Ergebnisse auf der neuen blauen Bahn im Sindelfinger Floschenstadion erzielten die Lokalmatadorinnen Jessica-Bianca Wessollly mit 23,38 Sekunden über 200 Meter und Melanie Böhm, die im 100-Meter-Vorlauf mit 11,85 erstmals unter zwölf Sekunden blieb, bevor sie von einem Wespenstich ausgebremst aufs Finale verzichten musste. Nur knapp verpasste die Schweizerin Chiara Scherrer in 6:18,75 Minuten ihren eigenen Landesrekord über 2000 Meter Hindernis. Dahinter wurde Lokalmatadorin Kim Bödi vom zahlreichen Publikum besonders begeistert angefeuert und sicherte sich in 6:38,67 Minuten einen ungefährdeten zweiten Platz. Bei den Männern lief Kurt Lauer (VfL Sindelfingen) lange an der Spitze des Feldes und sorgte wie andere auf den weiteren Mittelstrecken als Tempomacher dafür, dass auch in diesem Rennen der Erste Brian Weisheit (LSC Höchstadt/Aisch) mit 5:34,05 Minuten so schnell lief wie noch nie. Selbst ins Ziel kam Lauer nach 3:51,74 Minuten als Fünfter über 1500 Meter.
Über 800 und 1500 Meter brachte jeweils Olympiateilnehmerin Hanna Klein (LAV Stadtwerke Tübingen) die Felder in Schwung. Davon profitierten ganz an der Spitze Sophia Wolf (TV Groß-Gerau) und Valerie Koppler (LG Stadtwerke München), die mit 2:06,46 und 4:23,80 Minuten für die Top-Ergebnisse auf den beiden Strecken sorgten. Über die längere Distanz unterbot Nathalie Schmidt (VfL Sindelfingen) als Jüngste im Feld in ihrem ersten 1500-Meter-Rennen in 4:51,36 Minuten auf Anhieb die Norm für die deutschen U18-Meisterschaften im kommenden Jahr.
Fun Run mit viel Spaß am Wassergraben
Über 200 Meter liefen die Sindelfinger Nachwuchssprinterinnen Charlotte Herberth und Leonie Stöhr 28,36 und 28,61 Sekunden. Im Hochsprung der Männer meisterten die internationalen Gäste Usaamah Vally (Südafrika), Lionel Owona (Großbritannien) und Raphael Moudoulou (Frankreich) allesamt 2,06 m. Bei den Frauen überquerte Fatoumata Balley (Guinea) gute 1,86 m.
Eine ganz besondere Einlage gab’s außerdem noch bei Helligkeit am frühen Abend: Ein gut 40-köpfiges Feld versuchte sich im Fun Run meist zum ersten Mal über 2000 Meter Hindernis. Vor allem die manchmal mehr, manchmal auch absichtlich weniger gelungene Überquerung des Wassergrabens durch die teilweise kostümierten Teilnehmer sorgte bei den Zuschauern für große Heiterkeit. Ins Ziel kamen am Ende alle und das unverletzt. Ganz im Gegensatz zum leider zwangspausierenden heimischen Hindernis-Ass Velten Schneider, der sich dafür mit Gipsfuß als fachkundiger Moderator in den Dienst der Veranstaltung stellte.

Noch bei Helligkeit hatten die Jedermänner/-frauen viel Spaß vor allem am Wassergraben
Titelbild: Lokalmatadorin Kim Bödi toll angefeuert über 2000 Meter Hindernis.
Bilder: Holger Schmidt.


Kommentar verfassen